Leipzig

Der Name Leipzig ist auf das altsorbische Wort für Linde Lipa zurückzuführen. Seine erste urkundliche Erwähnung findet Leipzig in der Chronik des bis ins Jahr 1018 wirkenden Bischofs Thietmar von Merseburg, der über die urbs lipzi im Zusammenhang mit dem im Jahre 1015 auf der Burg Leipzig verstorbenen Bischof von Meißen berichtet.

Die als Waldbaum gewachsene Linde hat als Dorflinde ihre Verstädterung überstanden und gilt noch heute als häufigster Straßenbaum im Stadtbild.

Als offizielles Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1165, in welchem Markgraf Otto von Meißen dem Ort Lipsia das Stadtrecht und Marktprivileg erteilte.

Schon um 700 vor Christi Geburt waren in dem Gebiet um die Elsteraue germanische Stämme ansässig. Im 6.Jahrhundert unserer Zeitrechnung siedelten Sorben in diesem gewässerreichen Gebiet zwischen Elbe und Saale. Funde im Bereich der Elster und Parthe lassen auf ein größeres Siedlungsgebiet schließen.

Ackerbau, Fischfang und Viehzucht wurden etwa ab dem 9.Jahrhundert durch den Austausch von Naturalien und handwerklichen Unikaten ergänzt. Die Wege waren dem Handel günstig.

Die alte Börse wurde im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts als erster bedeutender Barockbau Leipzigs errichtet. Sie verfügt über einen Saal für kammermusikalische und festliche Veranstaltungen, der 180 Personen Platz bietet.
Davor erinnert eine Skulptur Johann Wolfgang von Goethes an seine Studentenzeit.
Errichtet wurde dieses Schaustück der Renaissance 1556/57 nach Maßgabe des Stadtbauherrn und Bürgermeisters Hieronymus Lotter unter Verwendung vorhandener Bausubstanz und in einer nur neun Monate währenden Bauzeit.
Schon vor seiner ersten völligen Restaurierung 1672 hat es einige architektonische Zusätze erfahren.
In der Anfang dieses Jahrhunderts errichteten Mädler Passage wird der Passant von Faust und Mephisto empfangen.
Während Faust in sich versunken schweigt, trägt Mephistopheles einen gestenreichen Disput mit den zechenden Studenten aus.

Der nach dreizehnjähriger Bauzeit durch Wilhelm Lossow und Hans Kühne 1915 eingeweihte Leipziger Hauptbahnhof gilt mit seinen 24 Bahnsteigen als einer der größten Kopfbahnhöfe und (neben dem Frankfurter) als bedeutendster Personenbahnhof Europas. Auffallend an diesem Bauwerk ist sein Dualismus. Verkörpert er doch die erst 1934 aufgehobene Staatsbahnverwaltung, während der der östliche Teil des Bahnhofes unter sächsischer und der westliche unter preußischer Hoheit stand

Die Dominante des 1986 in früherer Schönheit wiedererstandenen Thomaskirchhofes bildet die um 1212 erbaute Thomaskirche, Wirkungsstätte des weltbekannten Thomanerchores.
Begründet als Gotteshaus des Augustiner-Chor-Herrenstifts, erhielt sie im 15. Jahrhundert die Form einer spätgotischen Hallenkirche.
Das Gewandhaus zu Leipzig ist für die Bürger Leipzigs und Besucher aus dem In- und Ausland ein Synonym für Musik geworden. Berühmte Namen verbinden sich mit dem Gewandhaus und dem Gewandhausorchester:

Felix Mendelssohn Bartholdy
Arthur Nikisch
Wilhelm Furtwängler
Bruno Walter
Kurt Masur.

Den Markt ziert das Leipziger Stadtwappen, dessen meißnischer Löwe und Landsberger Pfähle in das Mosaikpflaster eingelassen sind. Der zu Feiern und Festen einladende Platz war auch die Stätte letzter Hinrichtungen und erster politischer Demonstrationen.
Das Haus der Stadtverwaltung ist einer Festungsanlage nicht unähnlich.
Der monumentale Bau, der nach Plänen des damaligen Stadtbaudirektors Hugo Licht geschaffen wurde und am 7. Oktober 1905 seinen Abschluß fand, umfaßt zusammen mit dem 1912 fertiggestellten Stadthaus 870 Räume
Die Stadt- und Pfarrkirche St. Nikolai ist das größte Gotteshaus der Stadt. St. Nikolai ist der Schutzpatron der Kaufleute.
Als ihr Gründungsjahr wird das Jahr 1150 angenommen, urkundliche Erwähnung findet sie erstmals 1213. Das ursprünglich romanische Langhaus erhielt im 16. Jahrhundert seine spätgotische Form.
Dem Innenraum gab Leipzigs Stadtbaudirektor Dauthe Ende des 18. Jahrhundert seine klassizistische Prägung.

Die nach Entwürfen von Kunz Nierade erbaute Oper steht an der Stelle des im Krieg zerstörten Neuen Theaters, das 1864/67 auf dem früheren Schneckenberg erreichtet worden war, und berücksichtigt teilweise die spätklassizistische Form des früheren Baukörpers.
Der Ende der 60er Jahre restaurierte Prunkbau trägt den Namen des Bürgermeisters Franz Conrad Romanus und steht für die Blütezeit des Barock in Leipzig.
Aus Anlaß der Hundertjahrfeier der Völkerschlacht und zum Gedenken an die 22.000 in der Völkerschlacht gefallenen russischen Soldaten wurde 1912 bis 1913 die Gedächtniskirche erbaut und am 18. Oktober 1913 eingeweiht.

Nach sorgfältiger Instandsetzung und Restaurierung erstrahlt das 1717 erbaute Haus, in dem Friedrich Schiller von Mai bis September 1785 beim Bauern Schneider wohnte, in neuem Glanz.
Das 1913 eingeweihte Völkerschlachtdenkmal im Süden Leipzigs erinnert an den entscheidenden Sieg der verbündeten europäischen Armeen über Napoleon im Jahre 1813. Der 91 Meter hohe und 300 000 Tonnen schwere Koloss aus sächsischen Granitporphyr ist den mehr als 100 000 Gefallenen gewidmet.
Sehenswert sind die verschiedenen Figurenensembles im inneren mit ihren gewaltigen Ausmaßen. Das ganze Jahr über lädt die Aussichtsplattform auf Deutschlands größtem Denkmalsbau zum Rundblick über die Stadt ein.
Nach der Erneuerung des Universitätskomplexes blieben nur das Leibniz-Denkmal und das Schinkel-Tor in der Universitätsstraße erhalten.

Als Mittelpunkt des Komplexes steht der unüberschaubare 142 Meter hohe "Uniriese". Er wurde 1973 fertiggestellt. Der Gebäudekomplex befindet sich zur Zeit im Umbau.

Leipzigs Zoologischer Garten wurde im Juni 1878 eröffnet. Als sein Gründer gilt Ernst Pinkert, damals Pächter eines Gasthofes, in dessen Schaugehegen gezähmte Löwen, Tiger und Pather zu besichtigen waren.

Als ersten Schritt auf seinem Weg zum "Zoo der Zukunft" hat der Zoo Leipzig die neue Löwensavanne "Makasi Simba" im Februar 2001 eröffnet. Damit führt er seine traditionsreiche Leipziger Löwenzucht weiter, die ihm den Namen "Leipziger Löwenfabrik" eintrug.

Als zweiter Schritt auf dem Weg in die Zukunft wurde Pongoland (Land der Affen: Gorilla, Schimpanse, Orang Utan und Bonobo) im April 2001 eröffnet und bildet die Hauptattraktion des Zoos. Ein 30.000 m² großes Areal, ein Urwalddorf mit Imbiss, Zooshop, Beobachtungsturm, Außenanlagen mit Beobachtungshütten, Lern-, und Entdeckungsstation und vieles mehr...

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