Cottbus

Aus der Geschichte der Stadt Cottbus

Cottbus entstand am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Handelsstraßen: des "Salzweges - der Niederstrecke", die Mitteldeutschland mit Schlesien (Magdeburg mit Wroclaw) verband und der anderen, von Frankfurt/Oder nach Dresden führenden Straße.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1156. Die Siedlungsgeschichte im heutigen Stadtgebiet läßt sich bis zu 3000 Jahren zurückverfolgen. Im 3. und 4. Jahrhundert nach Christi waren im Altstadtbereich germanische Siedler ansässig. Im 8. Jahrhundert siedelten die Lusici, ein westslawischer Stamm, zum Verband der Sorben gehörend, in dieser Region. Vermutlich im 10. Jahrhundert erbauten die Sorben/Wenden auf einer Talsandinsel am Westufer der Spree einen mittelslawischen Burgwall. An dieser Stelle befindet sich heute der Schloß- oder Gerichtsberg. Im Schutze der slawischen Burg legten die Wenden eine Vorburgsiedlung an, die sich im 11. und 12. Jahrhundert zu einer frühstädtischen Siedlung (Surburbium) entwickelte. Im Zuge der Eroberung und Kolonisierung des Ostens durch die Deutschen wurde diese Burg mit einem kaiserlichen Burggrafen besetzt. Mit der planmäßigen Anlage der Stadt im 13. Jahrhundert wurden auch immer mehr Deutsche seßhaft. Wenden und Deutsche leben seither gemeinsam in dieser Stadt.

Einst wichtigster Handelsplatz, war ursprünglich mit Fachwerkhäusern umbaut. Heute zeigt sich der Markt als eindrucksvolles Ensemble von Bürgerhäusern im sächsischen Barock und klassizistischen Traufenhäusern des 18./19. Jahrhunderts.
Im Stadthaus am Altmarkt 21 finden die monatlichen Stadtverordnetenversammlungen statt. Der Trausaal des Standesamtes ist ebenfalls in dem historischen Ambiente untergebracht.
Das neue Rathaus, ein roter Backsteinbau, wurde in den Jahren 1934 bis 1937 erbaut und Mitte der 50er Jahre um zwei Etagen aufgestockt. Das Hauptportal und die Nordseite zeigen schönen Steinmetzschmuck, kleine Reliefs mit Symbolen alter Handwerkerzünfte. Heute befindet sich hinter den verglasten Kolonaden das nach Plänen des Cottbuser Künstlers Hans Scheuerecker neu gestaltete Foyer der Stadtverwaltung.
Oberkirche St. Nikolai

Die größte Kirche der Niederlausitz ist ein spätgotischer dreischiffiger Backsteinbau des 14. Jahrhunderts. Schön in Innern sind Sterngewölbe und Kanzel sowie Hochaltar (1664) mit prächtiger Alabasterschnitzerei. Im Kirchenschiff und in den Kapellenanbauten befinden sich mehrere bedeutsame Grabdenkmäler des 16./17. Jahrhundert. Der Ausblick auf die grüne Stadt Cottbus vom 55 m hohen Kirchturm ist lohnenswert.

Wendisches Viertel

Das Wendische Viertel wurde 1984/89 auf historischem Stadtgrund zwischen Berliner Platz und Oberkirchplatz vorwiegend in Plattenbauweise mit altstadttypischer Fassadenstruktur erbaut. Bildkünstlerische Werke stammen von sorbischen und deutschen Künstlern.

Klosterkirche

Auch "Wendische Kirche" genannt, ist der Rest des ehemaligen Franziskanerklosters aus dem 13./14. Jahrhundert.Der Kirchturm befindt sich im Südosten - nicht wie gewöhnlich im Westen. Das älteste Cottbuser Gotteshaus im gotischen Backsteinbau birgt ein wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte. Die Grabplatte des Stadtgründers zeigt das heute noch gültige Wappentier der Stadt, den Krebs.

Lindenpforte

Um schneller von der Altstadt den Markt in der Neustadt erreichen zu können, durchbrach man erst im Jahre1879 den alten Mauerturm in der Mauerstaße.

Staatstheater Cottbus

Spätjugendstil in Vollendung. In Europa heute ein einmaliges Zeugnis dieses Baustils. Der Theaterbau von Bernhard Sehring besticht in seiner eindrucksvollen Synthese von Architektur, Kunsthandwerk, Malerei und Plastik. 1908 erbaut , findet das Mehrspartentheater heute mit interessanten Inszenierungen auf drei Bühnen große Beachtung.

Schillerplatz

Ehemals Viehmarkt und Exerzierplatz; um 1900 erfolgt die Umbauung des Platzes mit repräsentativen Bürgerhäusern und dem Jugendstiltheater. Bis 1943 wurde er als Rummelplatz genutzt. Seine heutige Gestalt erhielt er 1956 anläßlich der 800-Jahr-Feier der Stadt.

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