Berlin

Stadtstaat, Bundeshauptstadt und ehemalige Hauptstadt der DDR

Berlin ist für europäische Verhältnisse recht jung, seine Ursprünge liegen am Ende des 12. Jahrhunderts.
Die Stadt entwickelte sich aus zwei Kaufmannssiedlungen, Berlin und Cölln, zu beiden Seiten der Spree im heutigen Bezirk Mitte. Die ersten urkundlichen Erwähnungen dieser Siedlungen sind aus den Jahren 1237 (Cölln) und 1244 (Berlin) bekannt.

Die beiden Städte, günstig am Schnittpunkt mittelalterlicher Handelsstraßen gelegen, nahmen einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung und vereinigten sich 1307 zu einer Union. Vierhundert Jahre lang entwickelten sie sich in enger Abstimmung parallel, bevor es 1709 zur Gründung einer Einheitsgemeinde Berlin kam, dann unter Einschluß der Ende des 17. Jahrhunderts entstandenen Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.

Deutschland wurde von den Siegermächten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich besetzt. Die Einteilung in Besatzungszonen war schon 1944 von den Alliierten vereinbart worden. Berlin erhielt einen besonderen Status: Die Stadt sollte als gemeinsame Besatzungszone ("besonderes Berliner Gebiet") von allen vier Siegermächten gemeinsam und einheitlich verwaltet werden. Zu diesem Zweck wurde Berlin in vier Sektoren unterteilt, denen jeweils ein Stadtkommandant vorstand. Diese vier Kommandanten bildeten zusammen die "Alliierte Militär-Kommandantur", die dem - ebenfalls in Berlin arbeitenden - Alliierten Kontrollrat für Deutschland unterstellt war.

1949 wurden die beiden deutschen Staaten, die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik, gegründet. Besatzungsrechtlich durfte weder West-Berlin zur Bundesrepublik Deutschland noch Ost-Berlin zur DDR gehören. Tatsächlich aber wurde Ost-Berlin immer weiter in den sozialistischen deutschen Staat eingegliedert und übernahm seine Hauptstadtfunktionen, während in West-Berlin gemäß dem an sich für die ganze Stadt geltenden Sonderstatus verfahren wurde, der den (West-)Alliierten ein letztes Entscheidungsrecht vorbehielt. Faktisch erhielt West-Berlin jedoch weitestgehend die Eigenschaften eines Bundeslandes der Bundesrepublik Deutschland. Am 20. Juni 1991 wurde ein entscheidender Grundstein für die künftige Entwicklung Berlins gelegt: Der Deutsche Bundestag beschloß die Verlegung seines Sitzes nach Berlin und sprach die Erwartung aus, daß der "Kernbereich der Regierungsfunktionen" ebenfalls hier angesiedelt werde. Binnen vier Jahren, so der Beschluß weiter, solle das Parlament in Berlin arbeitsfähig sein, innerhalb von zehn bis zwölf Jahren solle die volle Funktionsfähigkeit Berlins als Parlaments- und Regierungssitz erreicht sein.

Brandenburger Tor

Das Berliner Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Trennung entstand in den Jahren 1788-1791 auf Anordnung von König Friedrich Wilhelm II. nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans d.Ä.
Die künstlerischen Ornamente und die Quadriga stammen von dem gebürtigen Berliner Johann Gottfried Schadow.

Palast der Republik

Der 1973-76 errichtete Palast der Republik steht etwa an der Stelle des 1950/51 gesprengten Stadtschlosses an jenem historischen Achsenpunkt, der die beiden Straßenzüge von der Siegessäule über das Brandenburger Tor und den Boulevard Unter den Linden mit Schloßplatz und Alexanderplatz verbindet.

Die Weltzeituhr am Alexanderplatz

Berliner Dom

Die Geschichte des Berliner Doms reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück und ist eng mit dem Aufstieg der Fürstengeschlechter der Hohenzollern verbunden, deren Hof- und Grabkirche der Dom gewesen ist.

Berliner Rathaus

Das Berliner Rathaus, das aufgrund seiner roten Klinkerfassade auch als "Rotes Rathaus" bezeichnet wird, befindet sich an der Stelle des ersten Berliner Rathauses aus der Mitte des 13. Jh.s. Seit Oktober 1991 dient es als Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters.

Der Checkpoint Charlie, ein ehemaliger Kontrollposten am Sektorenübergang Friedrich-
straße, war zwischen 1961 und 1990 die einzige Übergangsstelle für Diplomaten, Angehörige der Alliierten Streitkräfte sowie für alle anderen Ausländer im innerstädtischen Grenzverkehr. Die Einwohner West-Berlins, die Bürger der übrigen Bundesrepublik und DDR-Reisende im Besucherverkehr konnten den Übergang nicht benutzen.
Die Geschichte der Deutschen Oper Berlin reicht bis in die Gründerjahre. 1912 wurde an der Bismarckstraße das Deutsche Opernhaus der damals noch autonomen Stadt Charlottenburg eröffnet. Gegenüber der königlichen Hofoper Unter den Linden (heute Staatsoper Unter den Linden) sollte sie dem gestärkten Selbstverständnis des Bürgertums Rechnung tragen und v.a. der Aufführung der großen Werke Richard Wagners eine angemessene Spielstätte sein. 1925 übernahm die Stadt Berlin das Haus und benannte es in Städtische Oper um.
Der auch unter dem Namen Neue Kirche bekannte Deutsche Dom am Gendarmenmarkt wurde von 1701-08 nach Plänen von Martin Grünberg durch Giovanni Simonetti errichtet. Er bildet gemeinsam mit seinem Zwillingsbau, dem Französichen Dom, und Karl Friedrich Schinkels 1821 erbautem Konzerthaus (Schauspielhaus) eines der imposantesten Bauensembles der Stadt.
Die am 28. September 1990 eröffnete East Side Gallery ist die größte Open-air-Galerie der Welt. Sie erstreckt sich zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke im Bezirk Friedrichshain. Dort haben 118 Künstler aus 21 Ländern einen 1.316 m langen Abschnitt der Berliner Mauer mit 101 Gemälden bemalt.
Der 1965-69 erbaute, 368 m hohe Berliner Fernsehturm ist eines der architektonischen Zeugnisse des Kalten Krieges und zählt heute zu den Wahrzeichen der wiedervereinten Stadt.
Die am Pariser Eiffelturm orientierte, 138 m (mit Antenne 150 m) hohe und ca. 400 t schwere Stahlkonstruktion nach Plänen von Heinrich Straumer entstand 1924-26 anläßlich der 1. Großen Deutschen Funkausstellung 1924 und zählt wie der Fernsehturm im Ostteil der Stadt zu den Wahrzeichen Berlins. Der Funkturm war zunächst als reiner Antennenmast geplant und wurde erst nachträglich mit einem zweigeschossigen, 55 m hoch gelegenen Restaurant für ca. 200 Gäste und einer Aussichtsplattform in 125 m Höhe versehen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind. Seine Eröffnung erfolgte 1926 während der 3. Funkausstellung mit einer Festrede Albert Einsteins.
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz entstand 1891-95 nach Plänen des Architekten Franz Schwechten. Während des II. Weltkriegs im November 1943 zerstört und bis 1945 gänzlich ausgebombt, wurde der Neubau des ehemaligen Wahrzeichens des Neuen Westens nach Plänen von Egon Eiermann im Dezember 1961 eingeweiht.
Bis 1688 war der Gendarmenmarkt, der zu den schönsten Plätzen Berlins zählt, ein Wiesen- und Ackergelände vor den Stadtmauern Berlins.

Die Architekturgeschichte des Platzes begann nach dem Siebenjährigen Krieg unter der regen Bautätigkeit Friedrich des Großen. Die Baumeister Mathias Smids und Johann Arnold Nering legten ein strenges Raster über das Ackerland; der Gendarmenmarkt wurde allerdings erst nachträglich in das vorhandene Straßenraster eingefügt.

Das 1988 gegründete Haus der Kulturen der Welt (HdKdW) ging aus dem seit 1979 von der Berliner Festspiele GmbH veranstalteten »Horizonte – Festival der Weltkulturen« hervor. Der große Erfolg der im Turnus von drei Jahren durchgeführten Veranstaltung gab den Anstoß, 1989 mit dem HdKdW in der ehem. Kongreßhalle einen Ort der dauerhaften Auseinandersetzung mit der nichteuropäischen Welt zu etablieren. Die Anregung hierzu ging von Gesprächsrunden im Aspen Institut Berlin sowie im Haus des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt aus.
Das ICC ist der größte Veranstaltungsort Berlins für internationale Kongresse. Das 1979 eröffnete, futuristisch anmutende Gebäude wird zudem für zahlreiche andere Veranstaltungen wie Konzerte, Shows, Bälle oder Firmentagungen genutzt. Ursprünglich mit dem Auftrag für den Entwurf einer Mehrzweckhalle begonnen, wuchs das Programm in den folgenden Jahren bis zum Konzept eines vielseitig nutzbaren Kongreßzentrums, das schließlich über 900 Mio. DM an Baukosten verschlang. Das Architektenehepaar Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte entwarf eine gigantische Veranstaltungsmaschine, die sich inmitten von Autobahn, Unterführungen und Gleisanlagen erfolgreich gegen ihre unwirtliche Umgebung behauptet.
Das Olympiastadion ist Teil einer 1934-36 anläßlich der XI. Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin errichteten Anlage, die u.a. das Reichssportfeld mit dem Deutschen Sportforum und die Waldbühne umfaßt.
Das Reichstagsgebäude am Platz der Republik (ehemals Königsplatz) entstand 1884-94 nach Plänen des Frankfurter Architekten Paul Wallot. Der Bau eines angemessenen Gebäudes für den Deutschen Reichstag war mit der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 notwendig geworden.
Die in einem Kessel der Murellenschlucht eingebettete Waldbühne ist ein Veranstaltungsort für Konzerte (Klassik, Rock/Pop) und Filmvorführungen und gilt international als eine der beliebtesten Open-air-Bühnen. Sie gehört zu dem 1934-36 errichteten Olympia-Komplex des Architekten Werner March (Olympiastadion) und wird heute von der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport verwaltet.

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